Radeln ohne Alter erhält erneut Anerkennung

Für die Initiative „Radeln ohne Alter“ aus Neukirchen-Vluyn gibt es erneut Grund zur Freude: Das Projekt gehört zu den zwölf Vorhaben, die für den Engagementpreis NRW nominiert wurden. Eine finanzielle Anerkennung in Höhe von 1000 Euro ist damit bereits gesichert.

Doch damit könnte die Erfolgsgeschichte für die Initiative noch längst nicht beendet sein. Zum Jahresende haben die zwölf ausgewählten Projekte die Möglichkeit, weitere Auszeichnungen zu erhalten. Vergeben werden dann der Publikumspreis, der Jurypreis sowie ein Sonderpreis der NRW-Stiftung. Insgesamt stehen dafür weitere 5000 Euro Preisgeld zur Verfügung, wie Theußen erklärte.

Für „Radeln ohne Alter“ ist die Nominierung für den Engagementpreis NRW 2026 keineswegs die erste Ehrung. Dennoch hat die aktuelle Auszeichnung für die Initiative einen besonderen Stellenwert. Bei der Übergabe der Urkunde machte Sprecher Wilhelm Ehrmann deutlich, wie sehr sich die Verantwortlichen über die Anerkennung freuen.

Der Grund dafür liegt auch im diesjährigen Motto des Engagementpreises: „Begegnen. Bewegen. Verbinden – gemeinsam aus der Einsamkeit“. Für Ehrmann passt diese Aussage unmittelbar zum Konzept von „Radeln ohne Alter“, einem Projekt der Tuwas Genossenschaft, das inzwischen seit sechseinhalb Jahren besteht.

Im Mittelpunkt stehen Menschen, die aufgrund ihres Alters oder körperlicher Einschränkungen in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Mit den Rikschas erhalten sie die Möglichkeit, wieder häufiger unterwegs zu sein, andere Menschen zu treffen und stärker am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. „Als wir auf das Motto des diesjährigen Engagementpreises aufmerksam wurden, haben wir sofort gedacht, dass dies perfekt zu uns passt“, berichtete Ehrmann. Dass die Initiative tatsächlich ausgewählt wurde, habe das Team dennoch überrascht. Gleichzeitig sei die Freude über die Nominierung und der damit verbundene Stolz groß gewesen.

Bei der Preisverleihung blickte Ehrmann mit „Freude, Stolz und Dankbarkeit“ auf die Entwicklung des Projekts zurück. Was zunächst kleiner begann, hat sich inzwischen zu einem festen Angebot entwickelt. Die Ehrenamtlichen sind mittlerweile regelmäßig unterwegs und besuchen jede Woche verschiedene Einrichtungen. Ihr Ziel: Begegnungen ermöglichen und der Einsamkeit entgegenwirken.

Derzeit verfügt „Radeln ohne Alter“ über zwölf Rikschas. Im Einsatz sind 54 ausgebildete Pilotinnen und Piloten, die die Fahrten übernehmen und dafür entsprechend geschult wurden.

Ehrmann betonte zugleich, dass die positive Entwicklung ohne die Unterstützung zahlreicher Partner nicht möglich gewesen wäre. Besonders hob er die Stadt Neukirchen-Vluyn hervor, die dem Projekt mit Offenheit und Entgegenkommen begegnet. Auch die Tuwas Genossenschaft leiste wichtige Unterstützung. Darüber hinaus nannte Ehrmann die Heinz-Trox-Stiftung sowie die Sparkasse, die das Projekt finanziell fördert. Für diese breite Unterstützung sei die Initiative sehr dankbar.

Den eigentlichen Wert von „Radeln ohne Alter“ sieht Ehrmann jedoch vor allem in den persönlichen Begegnungen. Die gemeinsamen Fahrten seien nicht nur für die Passagiere etwas Besonderes, sondern auch für die ehrenamtlichen Pilotinnen und Piloten. Die Begegnungen seien eine „Bereicherung für das eigene Leben“.

Wie groß die Nachfrage ist, zeigen auch die Zahlen: Allein im vergangenen Jahr nahm die Initiative insgesamt 1494 Menschen mit auf eine Fahrt. Die gewöhnlichen Ausflüge dauern etwa ein bis zwei Stunden. Darüber hinaus gibt es sogenannte Zielfahrten, bei denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beispielsweise zu einem bestimmten Ziel gebracht werden und die dadurch einen kompletten Nachmittag in Anspruch nehmen können.